Vogelsanggasse

Pielengasse 2005

Wir gehen ein Stück zurück wieder zur Kreuzherrenstraße und dann in Rich-tung Markt. Wir kommen an der „Schäeljotz" vorbei, heute Vo-gelsanggasse. Hier wohnte frü-her ein lustiges Völkchen, das gerne mal eins über den Durst trank. Dabei soll es vorgekom-men sein, dass einer auf dem Heimweg stolperte und schimpfte: „Schäeljotz!". Seit-dem hat sie den Namen. Vom alten Markt aus sehen wir die ansteigende Schulstraße Richtung Krankenhaus. Hier hätte das 4. Tor stehen können, - wenn die Dülkener nicht damals so schlau gewesen wären, und die Mauer nicht öffneten! Nein, nicht wegen der Viersener! Erst als der Notar Hoogen zu Beginn des 19. Jhdts. ein Stück Mauer abreißen ließ, um darauf zu bauen und sich im selben Jahr eine wahre Sintflut nach heftigen Regengüssen in die Stadt ergoss, spätestens da wusste man, welchen Schutz die geschlossene Mauer geboten hatte. Der Notar wurde für die Dülkener Sintflut verantwortlich gemacht. (Bild in der Narrenmühle zeigt ihn auf dem „Brandenburger Tor" sitzend, - so nannten die Dülkener dieses ungewollte neue Tor - und er fügt den Wasserfluten noch „eigenes Wasser" hinzu.) Nun könnten wir über den Ostwall Richtung Cap Horn gehen, schauen ins Pielengässchen, das zum Markt führt - es zeigt noch alte Wagenspuren -, und kommen zum Cap Horn. Das gibt es nur zweimal auf der Welt: Einmal in Südamerika und einmal in Dülken! Hier steht seit 1937 Kaiser Wilhelm I. Zuerst stand er auf dem Alten Markt (1890 - 1937), nahm aber dort den


Cap Horn
Denkmal – Kaiser Wilhelm I - 2005

Vogelsanggasse 2005

Marktleuten zu viel Platz weg und wurde versetzt zum Cap Hörn. (Es gibt auch Leute, die behaupten, dass der Kaiser vom 3. Reich entsorgt wurde). Von hier aus hat man einen schönen Blick in die Blauesteinstraße, bis zum Tien Anton, dem man 1980 auch ein Denkmal setzte. Tien Anton war ein Dülkener Original, er fuhr mit dem Tienfass durch die Straßen und leerte die Jauchekeller der Bürger. Das ist Dülken: Man errichtet der irdischen Macht - damals dem Kaiser - ein Denkmal; man vergisst aber auch nicht den einfachen Menschen, der für andere die dreckigste Arbeit verrichtet und dabei seinen Humor nicht verliert; dem höchsten Herrn aber errichtet man das schönste Haus mit einem hohen Turm: die Cornelius-Kirche. Würde man diese drei miteinander durch Linien verbinden entstünde ein gleichseitiges Dreieck, der Mittelpunkt von Dülken. Zufall? Auf dem


Blauensteinstraße
Denkmal – Kaiser Wilhelm I - 2005

Blauensteinstraße 2004

Alten Markt steht seit einigen Jahren ein Brunnen mit Skulpturen der vier Winde, jeweils mit Dülkener Insignien. Von der Blauensteinstraße (- hier hat früher der Blaue Stein gelegen, der Gerichtsstein; an ihm wurde der Verurteilte gestoßen: Ich stoße dich an diesen Stein, kehrst nicht mehr zu Vater und Mutter heim! Dann ging es die Langestraße hoch, durch das Steinentor über den Galgheiderweg zum Galgenberg auf den Süchtelner Höhen. -). Nun gehen wir durch die Domhofgasse zum Domhof, heute Kolpinghaus. Dieser Domhof, eigentlich Thumbhof = Gerichtshof, war Besitz der Herren von Jülich , hier mussten die Dülkener den Zins abliefern. Durch die Domhof - Gasse kommen wir wieder zur Lange Straße und stehen bald vor dem Träenketor, durch das wir in die Stadt hinein gekommen waren. Hier endet auch die Stadtführung, der Gang um das Dülkener Ei. Wenn wir beim Rundgang unsere Augen und Ohren öffnen, sehen wir vieles, was aus alten Zeiten übrig geblieben ist und hören, was uns die Steine vom alten Dülken erzählen.

 

 

Wir hören:
Gloria tibi Dülken!
Dülken, den 01. Oktober 2004 Gertrud Bohnen

 

 

Alle Bilder Sammlung Manfred Thyssen Aufnahmen: Nordschule, Hinweisschild Träenketor, Brockpoort, Lindentor, Westwall, Gefangenenturm, Westwall mit Gefangenenturm, Schöffengasse, Ostwall, Vogelsanggasse 2005, Pielengasse, Cap Horn – Manfred Thyssen
Eingang Lunapark, Siegfried und Gefangenenturm, Altes Rathaus, Eligiusplatz, Moselstraße – Projektgruppe der Ostschule unter der Leitung von Heinz-Josef Bischof Blauensteinstraße, Paul Weyers – Nico Jansen


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