Ostwall (Richtung Cap Horn) 2005
Wir kommen wieder zum Wall, Ostwall. Hier steht in der alten Mauer ein restaurierter Halbturm, der Klostersturm. Jeder Halbturm hatte einen Namen, entweder von einem in der Nähe liegenden Gebäude oder von einer Familie. Wo heute die Kreuzherrenschule steht, wurde 1479 ein Kreuzherren-kloster gegründet. Im Klostergarten, der bis zur Hospital-straße reichte und von einer hohen Mauer umgeben war (im Garten Von Frau Dr. Bey ist ein Stück Mauer noch zu sehen, es steht unter Denkmalschutz), stand eine Kirche mit 5 Altären. Ein Altarbild finden wir heute noch in der Brachter Kirche. Die Kirche brannte im 18. Jahrhundert ab, übrig geblieben aus der Zeit der Kreuzherren ist ein sechseckiges Kapellchen im Garten von Frau Dr. Bey. Dieses kostbare Erinnerungsstück aus der Vergangenheit wäre mit Sicherheit nicht mehr vorhanden, hätte nicht Dr. Bey seiner Frau zum Geburtstag die komplette Restaurierung geschenkt. So kann man es heute noch in einem wunderschönen Gartengelände bewundern, wenn man Frau Dr. Bey um Einlass bittet. Das Kloster wurde 1802 unter Napoleon aufgehoben, die Grundstücke wurden von Bürgern der Stadt erworben und bebaut. Auf den Fundamenten des Klosters errichtete man eine Schule, die Südschule, heute Kreuzherrenschule.

Moselstraße 2004 Plastik
„Der Blinde und der Lahme“
Ein kleines Stückchen weiter Richtung Kirche steht rechter Hand das alte Haus von Friedrich Wilhelm Busch, der Jries genannt. Er war ein Dülkener Original und besaß ein wunderschönes Spielwarengeschäft. Den Leuten erzählte er die schönsten Geschichten, so z. B. dass die Nette in seinem Spülstein entspringen würde. Die Geschichte stimmt sogar: Der Quellgrund der Nette wurde von den Abwässern aus der Stadt gespeist! Wenn wir kurz in die Moselstraße gehen bis zum Moselstübchen, stehen wir vor einer Bronzeplastik, die vom Dülkener Heimatverein 2004 errichtet wurde: Der Blinde und der Lahme, nach dem gleichnamigen Gedicht von Chr. Fürchtegott Geliert. Der Blinde trägt den Lahmen, gemeinsam können sie mit ihrer Behinderung fertig werden. Das Moselstübchen zeigt auch einen alten Torbogen im Gemäuer (Treppchen!), hier war vor 200 Jahren die Schmiede des Vaters von Gerhard Mewissen.




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